TitelthemaDÜRREN­MATTEin Bühnenbild aus Gerüstteilen

Das Schultheater wagt sich an Dürrenmatt — und gewinnt

Ein Bühnenbild aus Gerüstteilen, ein Ensemble, das seinen Text kann.

„Der Besuch der alten Dame" ist ein Stück über Geld, das keine Schülergruppe leichtfertig anfassen sollte. Die Theater-AG hat es trotzdem getan und den Abend gewonnen.

Die Bühne

Kein gemaltes Güllen, sondern vier Gerüsttürme, die in jeder Szene anders standen. Das Umbauen übernahmen die Spielenden selbst, sichtbar, ohne Vorhang — eine Entscheidung, die dem Stück mehr half als jedes Bühnenbild es gekonnt hätte.

Das Ensemble

Getragen wurde der Abend von der Titelrolle, die auf jede große Geste verzichtete und gerade dadurch bedrohlich blieb. Der Chor der Güllener wirkte in den ersten zwanzig Minuten unsicher und fand danach einen gemeinsamen Ton, den er bis zum Schluss hielt.

Zwei Schwächen bleiben: Das Tempo im zweiten Akt fällt spürbar ab, und die Musik aus der Konserve steht dem Text gelegentlich im Weg. Beides fällt weniger ins Gewicht als die Tatsache, dass hier siebzehn Leute einen Dürrenmatt gespielt haben, ohne ihn zu verkleinern.

Paul OstermannEhemalig
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