TitelthemaTOP 7Vier Stunden für einen Tagesordnungspunkt

Ein Nachmittag im Gemeinderat, protokolliert von zwei Zehntklässlern

Vier Stunden öffentliche Sitzung, ein Tagesordnungspunkt zur Schule — und 43 Minuten Debatte über einen Fahrradständer.

Am 16. Juni saßen zwei Zehntklässler vier Stunden auf der Zuschauerbank des Gemeinderats, um mitzuschreiben, was dort über ihre Schule entschieden wird. Es war ein Tagesordnungspunkt von neun.

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Aufgerufen um 18:42 Uhr, behandelt in elf Minuten: die Nachbewilligung für den Nordflügel wurde vertagt, weil die Kostenschätzung des Bauamts nicht vorlag. Keine Gegenrede, keine Abstimmung, nächster Punkt.

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Danach folgten 43 Minuten über die Überdachung eines Fahrradständers am Sportplatz. Die Debatte drehte sich um die Farbe des Dachs, die Zuständigkeit für die Reinigung und die Frage, ob eine Überdachung Mopeds anzieht.

Das ist kein Vorwurf, sondern eine Beobachtung darüber, wie kommunale Tagesordnungen funktionieren: Was Geld kostet und niemand bestreitet, geht schnell. Was wenig kostet und jeder beurteilen kann, dauert.

Jonas WeidmannEhemalig
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